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An Physiotherapeuten wird gespart

Niedersachsens Ärzte verordnen weniger Massagen und Krankengymnastik

Sparen Ärzte zu Lasten der Patienten? Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopädenden in Niedersachsen klagen über einen massiven Rückgang von Verordnungen bei Massagen, therapeutischen Anwendungen und Krankengymnastik. Einzelne Praxen kämpften mit Umsatzeinbrüchen von bis zu 30 Prozent, heißt es bei der Landesgeschäftsstelle des Zentralverbands der Physiotherapeuten/Krankengymnasten (ZvK). Seit August blieben vor allem in der Region Hannover, in Braunschweig, Stade und Lüneburg die Patienten weg, sagt ZvK-Sprecherin Gabriele Ites.

Sie macht eine Vereinbarung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) mit den Krankenkassen für den Rückgang verantwortlich. Tatsächlich ist der Sparkurs gewollt. Seit Jahren beklagen die Krankenkassen, dass die jährlichen Ausgaben für Heilmittel in Niedersachsen mit rund 390 Millionen Euro deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegen. Gemeinsam vereinbarten KVN und Kassen deshalb eine Sparquote von drei Prozent. Doch von dieser Zielmarke ist man noch weit entfernt.


Der Sparkurs bei Therapien ist gewollt. Die Ausgaben für Heilmittel sollen deutlich sinken. Nach Angaben der Ersatzkassenverbände Niedersachsen (VdAK) blieben die Ausgaben für Massagen und Krankengymnastik mit rund 217 Millionen Euro im ersten Halbjahr auf dem Vorjahresniveau. Sollte die Sparquote nicht eingehalten werden, droht einzelnen Ärzten erstmals eine Überprüfung, ob sie sich an so genannte Richtgrößen gehalten haben. Zudem steht in diesem Fall der KVN eine Regressforderung der Kassen von 1,5 Millionen Euro ins Haus. Die KVN betont, dass nur eine „Wohlfühlversorgung" vom Sparkurs betroffen sei.

Medizinisch Notwendiges sei in der Heilmittelverordnung geregelt und werde weiter verordnet, sagt KVN-Sprecher Detlef Haffke. Mittlerweile hat der Protest auch ein eigenes Forum gefunden. Im September wurde der Arbeitskreis Heilmittel Niedersachsen gegründet. Therapeuten und Ärzte haben sich dem Kreis angeschlossen. Sie fordern die Abschaffung von Richtgrößen und damit die Limitierung der Verordnung von Heilmitteln. Das Feilschen mit den Patienten um jedes Heilmittelrezept, so heißt es, müsse endlich ein Ende haben.

(von Gabi Stief - Hannover)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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